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Schönhagen war im April 2005 der erste Verkehrslandeplatz in Deutschland, der ein Verfahren „Fliegen ohne Flugleiter"- auch für platzfremde Piloten- zunächst im Probebetrieb, genehmigt bekommen hatte. Inzwischen ist das Verfahren, für das ein spezielles Qualitätssicherungsverfahren und ein automatisches Ansagesystem entwickelt wurden, fester Bestandteil der Betriebsgenehmigung. 2006 hat Schönhagen für dieses Verfahren einen Innovationspreis erhalten.
Die Erfahrungen sind überaus positiv. Dieser Erfolg ist nicht zuletzt der Umsicht und Disziplin der an- und abfliegenden Piloten zu verdanken. Wer neu in Schönhagen ist und "Fliegen ohne Flugleiter" noch nicht gewohnt ist, sollte sich an den nachfolgenden Empfehlungen orientieren:
Wann:
Ohne Flugleiter darf zu betriebsarmen Zeiten, wie z.B. wochentags vormittags geflogen werden, aber nur innerhalb der regulären Öffnungszeiten.
Wer:
Jedes Luftfahrzeug, für das der Platz zugelassen ist darf ohne Flugleiter betrieben werden, also auch platzfremde Luftfahrzeuge. Ausbildungs- und gewerbliche Flüge sind nach geltendem Recht dagegen nur mit Flugleiter möglich. Zur Gewährleistung der übrigen Service- und Dienstleistungen befindet sich jederzeit sachkundiges Personal auf dem Flugplatzgelände, das bei Bedarf entsprechende Flüge abfertigen kann.
Wo:
Ohne Flugleiter darf nur auf der Haupt- SLB 07/25 gestartet und gelandet werden. Die Querbahn 12/30 und das Segelfluggelände dürfen nur mit ausdrücklicher Zustimmung eines Flugleiters genutzt werden.
Wie:
Am Funkverkehr teilnehmende Piloten werden über eine automatische Ansage informiert, dass die Info-Stelle nicht besetzt ist. Die Ansage enthält einen Hinweis auf die aktuelle Startrichtung.
Als Pilot informieren Sie den übrigen Verkehr durch Blindmeldungen über Ihre Absichten. Die Blindmeldungen anderer Luftfahrzeuge sollten Sie aufmerksam verfolgen und diese in ein Lagebild des Luftverkehrs, relativ zu Ihrer eigenen Position, umsetzen. Dabei sollten Sie den Luftraum permanent aufmerksam beobachten, insbesondere im Hinblick auf LFZ, die sich in einer kritischen Lage zu Ihrer eigenen Position gemeldet haben. Fragen Sie nach, wenn Sie sich über die Position eines anderen LFZ unsicher sind.
Abflug:
Nach Beenden des Vorflugchecks am Rollhalteort beobachten Sie zunächst die Platzrunde. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Quer- und Endanflug. Ist ein ausreichender Abstand zu anfliegenden Luftfahrzeugen gegeben, setzen sie eine Blindmeldung ab, Z.B. „D-ENNN startet auf der 07 bzw. 25". Dann rollen sie auf die Bahn und beginnen zügig den Startvorgang. Nach dem Start erfolgt die nächste Meldung „D-ENNN drehe in den Querabflug 07 bzw. 25, verlasse die Platzrunde nach (z.B.) Süden, steige auf (z.B.) 2.500 ft."
Anflug:
5 Minuten vor Erreichen des Platzes schalten Sie, wie gewohnt auf die Infofrequenz und hören dem Funkverkehr zu. Dabei machen Sie sich ein Bild von der Luftlage rund um den Flugplatz. Nun planen Sie Ihren Anflug so, dass sie andere Luftfahrzeuge nicht behindern. In Höhe der Bahnmitte fliegen Sie in Platzrundenhöhe aus einem Winkel von 45 ° in den Gegenanflug.
Beim Eindrehen in den rechten oder linken Gegenanflug melden sie blind:
„D-ENNN, (z.B.) C 172 drehe in den Gegenanflug zur 07 bzw. 25.
Die nächste Meldung erfolgt kurz vor Eindrehen in den Queranflug:
„D-ENNN drehe in den (rechten) Queranflug 07 bzw. 25."
Die nächste Meldung lautet:
„D-ENNN drehe in den Endanflug 07 bzw. 25."
Sollten andere Luftfahrzeuge im Anflug sein oder am Rollhalteort stehen wird zusätzlich die Meldung:
„D-ENNN runway vacated"
empfohlen.
Tip:
Profis geben ihre Blindmeldung immer kurz vor dem Eindrehen in eine Kurve ab. Sie sind dann anschliessend für den übrigen Verkehr optimal zu erkennen, denn die in der Kurve geneigten Tragflächen bilden die grösstmögliche Sichtfläche.
Was sonst:
Wenn's klemmt:
Auch wenn die Infofrequenz nicht besetzt ist, steht Ihnen jederzeit im Terminal ein Servicemitarbeiter zur Verfügung. Dieser hilft Ihnen gerne bei allen Fragen, Problemen und Wünschen. Z.B. können Sie u.a. von ihm einen Mietwagen oder ein Leihfahrrad und Hinweise auf Hotelzimmer in der Nähe des Platzes erhalten. Er gibt Ihnen auch Starthilfe, wenn der Flieger nicht will. Sollte es einmal zu einem Unfall kommen, kann er Erste Hilfe leisten und wird gemäß dem Alarmplan des Flugplatzes kompetent weitere Maßnahmen einleiten.